…mit dem Porsche zu IKEA…

Es ist Freitagvormittag, wir haben beschlossen, dass wir nun endlich ein paar mehr Möbel und Dinge brauchen, damit unsere gemeinsame Wohnung wohnlicher wird. Dazu möchte ich kurz sagen: wir leben in einer wunderschönen Gegend in Hamburg, haben eine kleine, sehr schnucklige 2 Zimmerwohnung, die wir erstmal zur Zwischenmiete nutzen bis wir uns besser organisiert und eingelebt haben. Man könnte es kurz auch Übergangswohnung nennen. Um es noch klarer zu sagen: wir leben aktuell in einem Zimmer, da das 2. Zimmer noch zusätzlich vermietet ist und zudem nicht eingerichtet.

Ziel der Freitagsaktion ist: eine Zimmer als Schlafzimmer zu nutzen, das andere als Wohn-und Arbeitszimmer. Nichts außergewöhnliches und auch praktisch. Das außergewöhnliche dabei ist die Art wie wir versuchen dieses Problem zu lösen. Ich lach mich jetzt schon wieder kaputt wenn aufschreibe wie es war.

Also: Tage zuvor wurde folgendes beschlossen: wir nehmen uns den Freitagvormittag zeit und versuchen so viel wie möglich zu erledigen. Wir brauchen ja keine komplette Hausausstattung sondern lediglich ein Schlafsofa, eine Kommode für den Flur, ein paar Wandregale, eine Pfanne, ein paar Schrauben, eine Salatschüssel und vielleicht mal noch Besteck. Easy. Rocken wir in 3 Stunden runter…

Wecker: ok, mag sein, dass es Zeit wäre auf zu stehen aber die Möbelhäuser machen ja eh erst um 10 auf so what… Schlummern

9:30 huch, Kaffee? Wie noch was Essen? Muss das sein? Ok, ich mach Müsli, wir essen, wohin zuerst? Wo ist der Zettel mit den Dingen die wir brauchen und wo steht eigentlich das Auto. Entspann Dich Maus höre ich, wir haben alle Zeit der Welt. Jap. Korrekt, ich entspanne mich steige in den Porsche ein, gucke nach hinten und denke für mich: jup, Geldbeutel ist drin, mehr sollte nicht zugeladen werden… ich muss grinsen, er guckt mich an und fragt: was los? Ich meine: „glaube nicht, dass wir so wahnsinnig viel einladen können oder?!“ Er rollt mit den Augen und fährt los.

IKEA ist mein Domizil, bei 15 Umzügen und 2 Kindern die mit je 2 Kinderzimmern ausgestattet sind würde ich mich als IKEA Profi bezeichnen. Ihn würde ich als Optimisten bezeichnen. Den Einkaufszettel haben wir erfolgreich auf dem Küchentisch liegen lassen und reden uns ein, dass wir eh noch alles wissen was wir kaufen wollten.

Dort angekommen sehe ich auf einen Blick das Schlafsofa welches ich mir wunderbar vorstellen könnte mit allen Funktionen die man so braucht. Ich versuche zu überzeugen und sehe erfreute aber auch skeptische Blicke. Egal, wir merken uns den Namen des Sofas und nehmen auch noch den dazu passenden Produktzettel mit. (mein Beileid kurz an die Familie des nun leider verstorbenen IKEA Gründers)

Ich bin hochmotiviert und weiß ja wo wir alles finden was wir brauchen: Kommode für den Gang, in weiß bitte und eigentlich müssen nur Schuhe rein… ok meine Schuhe ? Schnell ist auch ein Konsens gefunden, auch hier wird fleißig geschrieben, da nun auch meinem Freund klar ist, dass der Porsche nicht wirklich als Transporter durchgeht. Locker wie er ist, wird er einfach bald einen Transporter mieten und alles einkaufen und nach Hause fahren. Ich mache mir keine Sorgen.

Und schwupp sind wir schon in der sog. Lagerhalle in der wir nun die kleinen Teile mitnehmen die man einfach braucht: Wandregale, Pfanne, Haken, kleines Schränkchen, Stangen, Dosen usw. Der Einkaufswagen füllt sich. Irgendwann gucke ich ihn an und frage: „ähhhh sag mal: passt das alles ins Auto???“ ER guckt in den Wagen und sagt nach kurzem „rechnen“ „2 Sporttaschen und ein Rucksack… warte… ja, müsste passen!“ Er rechnet bei seinem Auto in Sporttaschen und Rucksäcken? Ja, dem ist so und ich bin beruhigt und müsste passen, bedeutet für mich als Frau: es könnte noch mehr rein gehen und steuere direkt auf ein Regal zu. Er guckt mich an, zieht die Augenbrauen hoch. Mein Zeichen welches: „no way Madame“ bedeutet.

Auch gut, er geht ja bald mit dem Transporter los oder?!

Wir kommen zur Kasse, so schnell war ich noch nie an einer IKEA Kasse. Nicht mal Teelichter oder eine unnötige Vase habe ich mitgenommen. Werde ich alt und weise oder ist es nur die begrenzte Lademöglichkeit gewesen?

Kofferraum auf und fröhliches Tetris spielen. Mit dem Kleiderständer auf dem Schoß fahren wir nach Hause.

Der Betrag den wir bezahlt haben ist überschaubar und wenn wir ehrlich sind beruht es darauf, dass wir einfach nicht mehr einladen konnten. Ich bin einigermaßen happy, er einigermaßen gestresst und der Blutzucker von beiden im Keller.

Zu Hause laden wir den Wagen mit einmal Laufen aus großartig! Jetzt kurz noch was essen und oh, da liegt ja der Zettel… Ach stimmt, wir haben eigentlich nicht wirklich das gekauft was wir kaufen wollten. Ich bin glücklich und freue mich schon auf das nächste Möbelhaus, welches wir dann zu Fuß erobern werden.

Ratet mal was wir da wohl mitgenommen haben.

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